Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry - Rachel Joyce Inhalt: Er wollte nur zum Briefkasten und ging dann 1000 km zu Fuß. Von Südengland bis an die schottische Grenze - eine Reise fürs leben, eine Geschichte von Tapferkeit, Betrug, Liebe, Loyalität und einem Ganzen Paar Seegelschuhen. Meine Meinung: Als ich an dieses Buch heranging, dachte ich es wäre eine niedliche und lustige Geschichte um einen kauzigen Herrn. Doch nach der Hälfte des Buches hatte ich bereits Tränen in den Augen. Auch wenn das Buch genau so begann wie es erwartete, so veränderte sich die Charaktere mit jedem Kilometer von Harold. Harold ist ein schwieriger Charakter. Selbst ohne Liebe aufgewachsen, kann er sein Glück weder sehen noch es begreifen. Queenie und ihn verbindet ein großes Geheimnis. Und als nach 20 Jahren Funkstille ein Abschiedsbrief von ihr kam, erschüttert dies sein ganzes Leben. Er begibt sich auf eine Reise, welche ihn mit seinem Leben konfrontiert. Seine Frau Maureen hat irgendwann einfach aufgegeben um Harold zu kämpfen und ist dann nur noch für ihren Sohn da. Anfangs ist sie ein sehr unangenehmer Mensch, doch im Laufe der Geschichte erkennt man/sie ihre eigenen Dämonen und man erkennt, dass sie nur ein zutiefst verletzter Mensch ist. Je weiter sich Harold sich physisch von ihr entfernt um so näher kommen sich beide psychisch. David, Harold und Maureens Sohn ist ein kaum greifbarer Charakter, der eigentlich nur in der Erinnerungen der Beiden erscheint. Die Aufklärung seines Parts erfolgt in Kapitel 27 und da musste ich so heulen, das ich erst einmal einige Minuten nicht ein Wort mehr lesen konnte. Die anderen Nebencharaktere sind nur Mittel zum Zweck in der Erzählung der Geschichte. Ich werde nicht weiter auf sie eingehen, da ich sonst zuviel aus der Geschichte verraten würde. Auf den über 1000 km findet Harold Queenie, seine Familie, seine Liebe, Selbstvertrauen und am Ende irgendwie sich selbst. Man taucht bei Lesen immer weiter in das Leben von Harold, Maureen und Queenie ein. Ich würde dieses Buch nicht unbedingt als spannend bezeichnen, vielleicht eher interessant und dennoch fesselnd. Es ist unglaublich bewegend und hat mich tief im Inneren berührt. Soviel hab ich schon seit sehr langen nicht mehr bei einem Buch geweint. Eine unglaubliche Liebeserklärung an das Leben – dieses Buch muss man gelesen haben.