Moderholz: Ein Gartenkrimi aus Frankfurt am Main

Moderholz: ein Garten-Krimi aus Frankfurt am Main - Berndt Schulz Inhalt: Im Bethmannpark sterben nicht nur Bäume. "Der Mörder ist immer der Garten?" Zumindest liegt der Schluß nahe, als im Frankfurter Bethmannpark eine Leiche in einem Teich treibt. Den die Gärtner sind allesamt entlassene Strafgefangene ... Doch welche Rolle spielt die Schöne aus den besten Kreisen? Max Horner, Kriminalhauptkommissar a.D., Witwer und leidenschaftlicher Kleingärtner, verbringt einen großen Teil seiner Zeit im Bethmannpark. er liebt die Schönheit des Parks, die besondere Atmosphäre und die Pflanzenvielfalt. Aber dann geschieht ein Mord in seinem Arkadien, das ohnehin durch den gefrässigen Eichenprozessionsspinner bedroht ist! Das läßt ihm keine Ruhe - und außerdem zeigt er seinen nassforschen jungen Exkollegen nur zu gern, was ein alter Störberhund noch drauf hat. Meine Meinung: Ich fürchte, ich hab noch nie so lange für 192 Seiten gebraucht. Die Sprache des Autors ist wundervoll blumig, dabei leider auch sehr ausschweifend. Herr Schulz verliert sich immer wieder in den Ausführungen der Umgebung. Mich würde nicht wundern, wenn er selbst ein riesen Fan des von ihnen beschriebenen Parks ist. Leider kommt dadurch kein flüssiger Erzählstil auf. Ich hatte ziemlich zu kämpfen, beim Versuch mich durch die Geschichte zu kämpfen. Wirklich positiv ist nur die Figur des Max Horner zu erwähnen. Dieser ist mit viel Liebe zu Detail vom Autor gestaltet worden. Ein liebevoller Großvater, der sich für seinen Enkel immer wieder Fabelwesen ausdenkt und baut. Ein leidenschaftlicher Kleingärtner (in diesem Fall hat er mich stark an meinen Opa erinnert). Und er ist ein liebender Ehemann, der sich auch nicht vom Tod seiner Frau von ihren Gesprächen abbringen lässt. Süß fand ich die Idee, den Hund von Max Horner Wallander zu nennen. Eine Krimifigur die ich sehr mag. Die Beschreibung der Umgebung ist wie bereits erwähnt sehr gelungen, fast schon zu gut, da dies den Autor immer wieder von der eigentlichen Geschichte abhielt. Auch die weiteren Figuren sind mir sehr suspekt geblieben. Die Auflösung des Mörders und der Zusammenhänge der einzelnen Personen ist viel zu oberflächlich geblieben und für mich auch nicht logisch genug begründet worden. Mein Fazit ist daher leider nicht sehr gut. Eine interessante Idee, welche leider in der Ausführung an zuviel Liebe am Detail an den falschen Stellen scheitert. Falls jemand eine Lektüre zum Einschlafen sucht, ist hier genau richtig – wer Spannung und Rafinesse sucht, leider nicht.