Ein Buch mit Startschwierigkeiten, das dann aber noch seinen voller Zauber entfalten konnte.

Ein Sommer in Galway: Roman (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher) - Jo Thomas

Originaltitel: The Oyster Catcher

Verlag: Bastei Lübbe

Format: Taschenbuch, EBook, Hörbuch

Umfang: 400 Seiten

Erschienen: 11. März 2016

 

Inhalt:

Mit gebrochenem Herzen und dem Vorsatz, sich nie wieder zu verlieben, strandet Fiona in einem kleinen irischen Dorf. Akute Geldnot führt sie auf eine Austernfarm, wo sie nicht nur mit ihrer Angst vor dem Wasser und zwei störrischen Eseln zu kämpfen hat, sondern auch mit ihrem Arbeitgeber Sean. Der hat genaue Vorstellungen von der Austernzucht und eine Partnerin, die Fiona das Leben schwer macht. Vor allem aber hat er diese wunderschönen dunklen Augen, die Fionas Vorsatz ins Wanken bringen ...

 

(Quelle: Amazon.de)

 

Meine Meinung:

Eigentlich hätte ich bei dem schönen Wetter heute vor die Tür gehen sollen, aber stattdessen bin ich auf Reisen gewesen - zu den wechselhaften Sommern Irlands, zu den skurillen und liebenswerten Menschen an dessen Küsten - in den kleine Dorf Dooleybridge in Galway.

 

Als ich das Buch auf der Buchmesse in Leipzig sah, wusste ich gleich das es dieses Jahr (eigentlich) als Sommerlektüre herhalten muss. Ich konnte es mir nicht genauer anschauen, da es zu weit oben im Regal stand (ja ich gebe zu - viel mehr als ein laufender Meter bin ich nicht). Aber das Cover hatte es mir angetan. Irland, Küste und Sommer versprach das Buch und ich war bereit. Dank Skoobe, musste ich auch gar nicht bis zum Sommer warten. Und so hab ich einen vorgezogenen Urlaub verbracht.

 

Anfangs hatte ich mit der Geschichte schon zu kämpfen. Nur schwer konnte ich den Figuren Anfangs etwas abgewinnen. Sie waren zu unnahbar, zu gekünstelt, zu schwer zu halten. Doch im Laufe der Geschichte tauten sie und auch ich auf. Nach und nach fingen Dooleybrigde und seine Bewohner an, mich an sich ran und in ihr Leben zu lassen. Und ab da an machte das Buch einfach nur noch Spaß. Die Dorfbewohner mit ihren kleinen Schrullen, mit den Alltagsproblemen, mit ihren Schwächen und auch mit ihrem Herz schlichen sich in meines und hielten mich gefangen.

 

Ich finde die art, wie die Autorin ihre Charaktere hat wachsen lassen wunderbar. Egal wie sehr sich sich in ihrer Situation verrannt hatten, sie haben einen Weg gefunden - ob nun freiwillig oder eher unfreiwillig -  ihren Weg in die Zukunft zu finden. Dabei hat sie sich die Freiheit genommen, auch eine paar Klischees zu bedienen. Allerdings in Maaßen und nur zu Unterstützung der Geschichte. So das die eher willkommen wirkten, und nicht nervend. 

 

Sicher spannend ab der 1. Seite, kann ich diesem Buch nicht verleihen. Dafür habe ich am Anfang einfach zusehr mit der Geschichte kämpfen müssen und auch tricksen müssen (vielen Dank an dieser Stelle an Napster die das Hörbuch im Programm haben :), doch als ich erst meine Weg zu den Protagonisten und dem Dorf gefunden hatte, war ich auch gefangen. An ein weglegen des Buches war von da an nicht mehr möglich. Zum Glück sind es nur 400 Seiten, da es sich auf dem Handy nicht ganz so angenehm lesen lässt, wie auf dem Reader und im gedruckten Buch. Aber ich denke bis heute Abend haben meine Augen ihre vierecke Form wieder aufgegeben.

 

Fazit: Auch wenn der Anfang der Geschichte eher holprig war, so konnte mich die Story und die Protagonisten schlussendlich noch überzeugen. Am Ende war ich sogar regelrecht traurig darüber, das ich mich von meinen neuen Freunden verabschieden musste. Die Geschichte ist es wert, den Anfang zu überstehen, da sie dann mit Charme, Witz und auch Dramatik überzeugen kann. Es lohnt sich dran zu bleiben.

Quelle: http://schnuffelchensbuecher.blogspot.com/2016/05/jo-thomas-ein-sommer-in-galway.html